Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 14:19 · 96 Artikel in 7 Tagen

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Jenseits der Symptomreduktion: Verbundenheit und selbsttranszendente Emotionen während MDMA-Sitzungen sagen Aufblühen, nicht Symptomveränderung, bei der Behandlung sozialer Angststörung voraus

Diese Sekundäranalyse einer randomisierten Warteliste-kontrollierten Studie (N = 20) untersuchte selbsttranszendente Erfahrungen während MDMA-gestützter Therapie bei generalisierter sozialer Angststörung. Verbundenheitsbezogene Erfahrungen sagten höhere Verbundenheit, Dankbarkeit und Lebenssinn nach der Behandlung voraus, jedoch keine Reduktion sozialer Angst. Die Ergebnisse sind als Vorprüfung zu verstehen und noch nicht durch grössere Studien bestätigt.

Frontiers in psychiatryFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Vorsicht vor Heiligsprechung: eine klinische und implementierungswissenschaftliche Perspektive auf Psychedelika

Ein Übersichtsartikel betrachtet psychedelische Therapien aus klinischer, methodischer, ethischer und implementierungswissenschaftlicher Sicht. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass bisherige Studien vor allem einen Wirksamkeitsnachweis unter kontrollierten Bedingungen erbringen, nicht aber die Reife für eine breite klinische Anwendung. Nötig seien stärkere Belege zu Dauerhaftigkeit, Sicherheitsmonitoring, vergleichender Wirksamkeit und Alltagsimplementierung.

Frontiers in oncologyFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Integrative Optionen zur Behandlung von Angst und Depression bei Menschen mit Krebs.

Dieser Übersichtsartikel fasst Definition, Diagnostik und Prävalenz von Angst- und Depressionssymptomen bei Krebspatientinnen und -patienten zusammen. Er beschreibt leitliniengestützte integrative Therapien sowie aufkommende Verfahren, darunter psychedelisch unterstützte Therapie, und diskutiert methodische Probleme der Forschung.

Journal of clinical psychopharmacologyFachartikelENForschung · Klinische Studie

Evaluation der Effekte unterschiedlicher Dosen von Ayahuasca auf Intelligenz und verbales Gedächtnis bei gesunden Freiwilligen: Eine vorläufige, explorative, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie

Eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie prüfte bei 28 gesunden Freiwilligen die Wirkung einer einzelnen Ayahuasca-Dosis auf Intelligenz und verbales Gedächtnis. Es zeigten sich keine anhaltenden Veränderungen nach 21 Tagen; im Gedächtnistest unterschritt die 0,5-mL/kg-Gruppe nach 4 Stunden das Placebo. Die Autoren sehen die Ergebnisse als Grundlage für künftige, besser gepowerte Studien.

Scientific AmericanFachartikelENForschung · Neurowissenschaft

Wie Psilocybin das Bewusstsein verändert: Psychedelika können in der Hirnaktivität eine "verborgene Ordnung" erzeugen, die erklären könnte, wie diese Substanzen das Selbstgefühl beeinflussen.

Ein Artikel von Scientific American berichtet laut Schlagzeile, dass Psychedelika eine "verborgene Ordnung" in der Hirnaktivität erzeugen können. Dies könnte erklären, wie sie das Selbstgefühl beeinflussen.

JAMA network openFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Klinische Evidenz zu Psilocybin und seine Darstellung in der Medienberichterstattung: eine systematische Übersichtsarbeit

Eine systematische Übersichtsarbeit verglich 70 klinische Studien zu therapeutischem Psilocybin (2014 bis 2024) mit 172 Medienartikeln (bis April 2025). Die Medien stellten Nutzen häufiger als gesichert dar, übertrugen ihn auf Indikationen wie PTBS und Angst ohne ausreichende Studienbelege und informierten seltener über Sicherheitsaspekte als die Fachpublikationen.

The western journal of emergency medicineFachartikelENForschung · Klinische Studie

Intravenöses Ketamin bei depressiven und suizidalen Jugendlichen in der Notaufnahme: Eine randomisierte Doppelblindstudie

In einer randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Studie mit 29 suizidalen Jugendlichen mit therapieresistenter Depression erhielt eine Gruppe eine einzelne niedrige Dosis intravenöses Ketamin, die andere Kochsalzlösung. Ketamin führte nicht zu stärkeren Reduktionen von Depressions- oder Suizidalitätswerten als Placebo, Dissoziationszeichen traten unter Ketamin häufiger auf. Die Autorinnen und Autoren sehen die Notaufnahme als machbaren Ort für schnelle antidepressive Behandlung und fordern grössere Studien.

Montag, 19. Oktober

Translational psychiatryFachartikelENForschung · Klinische Studie

Doppelter Nutzen einer esketaminbasierten opioidfreien Anästhesie für postoperative Schmerzen und psychische Gesundheit bei Patientinnen und Patienten mit bariatrischer Chirurgie: eine randomisierte kontrollierte Studie

Eine doppelblinde, randomisierte Studie mit 84 Patientinnen und Patienten mit Adipositas und Magenverkleinerung verglich Esketamin-basierte opioidfreie Anästhesie mit einer opioidbasierten Anästhesie mit Remifentanil. Die Esketamin-Gruppe berichtete über signifikant weniger postoperative Schmerzen innerhalb von 24 Stunden und bessere psychische Gesundheit nach drei Monaten, ohne mehr unerwünschte Ereignisse. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Nutzen bei Schmerz und psychischer Gesundheit hin, betreffen jedoch eine Anwendung in der Anästhesie.

PsychopharmacologyFachartikelENForschung · Präklinisch

Untersuchung der pharmakologischen und neuronalen Grundlagen psychedelischer Wirkungen auf das Intervall-Timing bei Mäusen

Eine Tierstudie an männlichen C57BL/6J-Mäusen untersuchte, wie Psilocin, der aktive Metabolit von Psilocybin, die zeitliche Wahrnehmung im Temporal Discrimination Task beeinflusst. Die Wirkung liess sich durch den 5-HT2A-Antagonisten M100907, nicht aber durch den 5-HT1A-Antagonisten WAY-100,635 blockieren. Zudem ahmte die Infusion von DOI in den medialen präfrontalen Kortex die systemische Wirkung nach, was auf eine Rolle dieser Hirnregion hindeutet.

The American journal of psychiatryFachartikelENForschung · Klinische Studie

Niedrigdosiertes Buprenorphin verlängert die antisuizidalen Effekte einer Ketamininfusion bei schwerer depressiver Störung signifikant: Zusammenhang zwischen antidepressiven und antisuizidalen Effekten.

Eine im American Journal of Psychiatry veröffentlichte Arbeit untersucht, ob niedrigdosiertes Buprenorphin die antisuizidalen Effekte einer Ketamininfusion bei schwerer depressiver Störung verlängert. Zudem wird der Zusammenhang zwischen antidepressiven und antisuizidalen Effekten betrachtet. Weitere Details sind nur der Überschrift zu entnehmen.