Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 13:18 · 97 Artikel in 7 Tagen

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Montag, 19. Oktober

Translational psychiatryFachartikelENForschung · Klinische Studie

Doppelter Nutzen einer esketaminbasierten opioidfreien Anästhesie für postoperative Schmerzen und psychische Gesundheit bei Patientinnen und Patienten mit bariatrischer Chirurgie: eine randomisierte kontrollierte Studie

Eine doppelblinde, randomisierte Studie mit 84 Patientinnen und Patienten mit Adipositas und Magenverkleinerung verglich Esketamin-basierte opioidfreie Anästhesie mit einer opioidbasierten Anästhesie mit Remifentanil. Die Esketamin-Gruppe berichtete über signifikant weniger postoperative Schmerzen innerhalb von 24 Stunden und bessere psychische Gesundheit nach drei Monaten, ohne mehr unerwünschte Ereignisse. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Nutzen bei Schmerz und psychischer Gesundheit hin, betreffen jedoch eine Anwendung in der Anästhesie.

Drug design, development and therapyFachartikelENForschung · Klinische Studie

Wirkung einer subanästhetischen Dosis Esketamin auf postoperative Schlafstörungen nach Oozytenentnahme unter intravenöser Anästhesie: randomisierte kontrollierte Studie

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 196 Frauen wurde eine einmalige subanästhetische Esketamin-Gabe während der Narkoseeinleitung bei Oozytenentnahme untersucht. Die Häufigkeit postoperativer Schlafstörungen am dritten Tag war in der Esketamingruppe niedriger (13,06% vs. 24,90%), wobei das Ergebnis knapp signifikant war. Esketamin ist hier nicht psychiatrisch, sondern als Anästhetikum eingesetzt, die Autoren fordern grössere Folgestudien.

Journal of pain researchFachartikelENForschung · Klinische Studie

Auswirkungen eines esketaminhaltigen Einleitungsschemas auf postoperativen Schlaf, Analgesie und postpartale Depression bei Gebärenden mit Schlafstörungen im Kaiserschnitt unter Vollnarkose: randomisierte doppelblinde Studie

Eine doppelblinde, placebokontrollierte randomisierte Studie mit 90 Gebärenden mit Schlafstörungen im geplanten Kaiserschnitt verglich ein esketaminhaltiges Einleitungsschema mit Standardeinleitung. Esketamin verbesserte den Schlaf am ersten postoperativen Tag signifikant; die sekundären Ergebnisse zu Schmerz, Rettungsanalgetika und postpartaler Depression waren explorativ und nicht eindeutig. Die Studie war nicht für Sekundär- oder Sicherheitsendpunkte gepowert.

Samstag, 17. Oktober

Freitag, 16. Oktober

Anesthesia and analgesiaFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Effekte von Ketamin und Esketamin auf postoperatives Delir nach Allgemeinanästhesie: Metaanalyse und Metaregressionsanalyse

Eine Metaanalyse von 25 randomisierten kontrollierten Studien mit 3344 Patienten fand, dass perioperatives Ketamin und Esketamin das Risiko eines postoperativen Delirs senken könnten, mit stärkerem Effekt bei hohen Dosen und grösseren Eingriffen. Die Evidenz gilt jedoch als nicht schlüssig, und das erhöhte Schwindelrisiko spricht laut den Autoren gegen eine routinemässige Empfehlung. Grössere multizentrische Studien seien nötig.

Donnerstag, 15. Oktober

Ausgangswert des Antwortkriteriums und Veränderungen der emotionalen Verzerrung als Marker für das Ansprechen auf Esketamin bei therapieresistenter Depression

Eine Preprint-Studie mit 53 Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression und 53 gesunden Kontrollen untersuchte, wie Esketamin die Verarbeitung von Gesichtsausdrücken verändert. Ein niedrigeres Antwortkriterium vor Behandlung ging mit Ansprechen und stärkerer Besserung einher, die negative Kategorisierung neutraler Gesichter spiegelte den klinischen Verlauf. Die Befunde sind noch nicht unabhängig repliziert.

Neuropsychiatric disease and treatmentFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Ketamin und Esketamin bei akuter Suizidalität: Evidenz, Grenzen und ein konzeptioneller Rahmen zur erholungsfördernden Deeskalation

Diese narrative Übersichtsarbeit fasst die Evidenz zu intravenösem racemischem Ketamin und intranasalem Esketamin bei Erwachsenen mit akuter Suizidalität zusammen. Intravenöses Ketamin reduziert suizidale Gedanken kurzfristig und rasch, belegt ist jedoch keine Verhinderung von Suizidversuchen oder Todesfällen. Die Autoren schlagen zudem einen nicht validierten konzeptionellen Rahmen vor, der klinische Risikoeinschätzung und Sicherheitsplanung ergänzen soll.

Mittwoch, 14. Oktober

Preprints.orgPreprintENForschung · Übersichtsarbeit

Intranasales Esketamin bei therapieresistenter Depression: Ein praktischer klinischer Leitfaden zu Patientenauswahl, Dosierung, Kombinationsstrategien und Management von Nebenwirkungen

Diese Übersichtsarbeit als praktischer Leitfaden für Verschreibende behandelt Wirkmechanismus, Patientenauswahl, Komorbiditäten, Dosierung, Begleitmedikation, Nebenwirkungsmanagement und Kontraindikationen von intranasalem Esketamin bei therapieresistenter Depression. Sie kennzeichnet jede Empfehlung als Zulassungsangabe, Expertenkonsens oder ungeprüfte Praxis. Laut Text zeigt die Evidenz keinen Vorteil von 84 mg gegenüber 56 mg.

BMC medical ethicsFachartikelENForschung · Präklinisch

Sich sicher fühlen: Eine empirisch-ethische Analyse der Vulnerabilität bei der (Es)ketamin-Behandlung

Eine qualitative Studie mit 14 Patientinnen und Patienten sowie 10 Klinikerinnen und Klinikern in deutschen psychiatrischen Settings untersucht, was Sicherheitsgefühl bei (Es)ketamin-Behandlungen ermöglicht. Genannt werden therapeutische Präsenz, körperliche Erdung und strukturierte Unterstützung nach der Behandlung; Kliniker sehen Ketamin eher als Katalysator, Patienten eher als Linderung. Die Autoren leiten ethische Empfehlungen ab; die Studie ist explorativ.

Dienstag, 13. Oktober

Lebensqualität und der Fall für einen einwilligungsbasierten Zugang zu Psilocybin – Fragen zum Regulierungsrahmen und zu den Kosten

Dieser Preprint argumentiert, dass urteilsfähige Erwachsene Psilocybin auch zur psychischen Wellness oder zur Linderung existenzieller Angst wählen können sollten, nicht nur bei ärztlich diagnostizierten Krankheiten. Der Autor betont, dass die Kosten vom Regulierungsrahmen abhängen und ohne öffentliche Subventionen den Zugang einschränken könnten. Der Artikel streift zudem Sicherheitsdaten, die politische Geschichte der Einstufung und einen kanadischen Fall.