Ein Übersichtsartikel betrachtet psychedelische Therapien aus klinischer, methodischer, ethischer und implementierungswissenschaftlicher Sicht. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass bisherige Studien vor allem einen Wirksamkeitsnachweis unter kontrollierten Bedingungen erbringen, nicht aber die Reife für eine breite klinische Anwendung. Nötig seien stärkere Belege zu Dauerhaftigkeit, Sicherheitsmonitoring, vergleichender Wirksamkeit und Alltagsimplementierung.
Eine Online-Querschnittsbefragung mit 497 MDMA-erfahrenen Teilnehmenden (rekrutiert über Prolific) untersuchte negative Nachwirkungen nach MDMA-Konsum. 74,5 % berichteten mindestens einmal davon, typischerweise rund 24 Stunden nach der Einnahme und durchschnittlich 40 Stunden anhaltend. Häufig genannt wurden Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Unruhe; 6,2 % berichteten aktive Suizidgedanken.
Eine methodische Arbeit schlägt ein Evaluationsrahmenwerk für psychedelische Harm-Reduction-Dienste an Grossveranstaltungen vor und erprobt es formativ am Beispiel des Zendo Project an zwei Events. Datenbasis waren 19 Vorher-Befragungen, fünf Nachher-Befragungen und zwei gepaarte Datensätze von medizinischem Personal. Die Autoren betonen, dass die positiven Einschätzungen Wahrnehmungen des Personals sind und keine unabhängig geprüften Effekte belegen.
Dieser Übersichtsartikel der Canadian Family Physician beschreibt die Prinzipien, Wirkmechanismen, Sicherheitsaspekte und den aktuellen Stand der Evidenz zur psychedelisch unterstützten Psychotherapie (PAP) für die kanadische Hausarztmedizin. Die Evidenz stammt vor allem aus Phase-2- und Phase-3-Studien; die Heterogenität ist hoch und der langfristige Vergleich mit Standardbehandlungen unklar. Hausärztinnen und Hausärzte sollten die Grundlagen, Kontraindikationen und Zugangswege kennen.
Ein lebendes systematisches Review und eine Metaanalyse mit sechs randomisierten kontrollierten Studien und 286 Teilnehmenden zeigen, dass die MDMA-gestützte Therapie PTBS-Symptome kurzfristig stärker senkt als Kontrollbedingungen (Hedges' g = -0,71). Alle eingeschlossenen Studien wurden von MAPS gesponsert, und die Evidenzqualität wird nach GRADE als niedrig eingestuft. Die Daten sind über eine offene Online-Plattform zugänglich und werden laufend aktualisiert.
Eine Online-Querschnittsbefragung mit 1022 Teilnehmenden untersuchte selbstberichtete akute und verzögerte unerwünschte Reaktionen bei naturalistischem Psychedelika-Konsum. Akute Reaktionen waren mit ähnlichen verzögerten Reaktionen sowie mit höherer aktueller Psychopathologie und geringerem Wohlbefinden verbunden, mit Ausnahme von Erbrechen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Befunde korrelativ und hypothesengenerierend sind und keine substanzspezifische Zuordnung erlauben.
Im Podcast-Gespräch mit Joe Moore spricht Kenneth Tupper über Schadensminderung, Drogenaufklärung und die toxische Drogenkrise in British Columbia. Thematisiert werden auch die Ayahuasca-Politik und psychedelische Public Health jenseits des medizinischen Modells.
Die meisten psychedelischen Erfahrungen verlaufen ohne Zwischenfälle, doch wenn eine in eine Krise umschlägt, reagieren meist Rettungskräfte, Notaufnahmepersonal, Krisenberater und Polizei, die selten dafür ausgebildet sind. Ein neues Programm der Ohio State University soll dies ändern.