Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 13:18 · 97 Artikel in 7 Tagen

„Wohlbefinden“ Filter zurücksetzen

Sonntag, 18. Oktober

PsychopharmacologyFachartikelENForschung · Beobachtungsstudie

Jenseits des psychedelischen Exzeptionalismus: Wie Menschen Meditation mit psychoaktiven Substanzen kombinieren und wie dies mit dem Wohlbefinden zusammenhängt

Zwei Querschnittsstudien untersuchten, wie häufig Meditation mit psychoaktiven Substanzen kombiniert wird. Studie 1 (N = 1391) zeigte, dass Alkohol (29%), Cannabis (19%) und Nikotin (16%) häufiger mit Meditation kombiniert wurden als klassische Psychedelika (6%). Die Zusammenhänge mit Wohlbefinden waren uneinheitlich; Alkohol mit Meditation ging mit besserem Wohlbefinden einher.

Mittwoch, 14. Oktober

Gruppenpsilocybin in einem integrativen Retreat-Setting steigert die soziale Verbundenheit: ein observationeller Fallbericht

Ein Preprint berichtet über 14 Teilnehmende einer Gruppen-Psilocybin-Zeremonie in einem integrativen Retreat. Vor und nach den Zeremonien zeigten sich laut Angaben signifikante Zunahmen der wahrgenommenen sozialen Verbundenheit sowie eine Abnahme des Belastungserlebens. Die Autorinnen und Autoren sehen darin Hinweise auf soziale Effekte von Gruppensettings, die in Einzeltherapiemodellen nicht erfasst werden.

Frontiers in public healthFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Entwicklung einer Evaluationsinfrastruktur für psychedelische Harm Reduction bei Veranstaltungen: ein methodisches Rahmenwerk mit formativer Mixed-Methods-Feldanwendung

Eine methodische Arbeit schlägt ein Evaluationsrahmenwerk für psychedelische Harm-Reduction-Dienste an Grossveranstaltungen vor und erprobt es formativ am Beispiel des Zendo Project an zwei Events. Datenbasis waren 19 Vorher-Befragungen, fünf Nachher-Befragungen und zwei gepaarte Datensätze von medizinischem Personal. Die Autoren betonen, dass die positiven Einschätzungen Wahrnehmungen des Personals sind und keine unabhängig geprüften Effekte belegen.

Dienstag, 13. Oktober

Lebensqualität und der Fall für einen einwilligungsbasierten Zugang zu Psilocybin – Fragen zum Regulierungsrahmen und zu den Kosten

Dieser Preprint argumentiert, dass urteilsfähige Erwachsene Psilocybin auch zur psychischen Wellness oder zur Linderung existenzieller Angst wählen können sollten, nicht nur bei ärztlich diagnostizierten Krankheiten. Der Autor betont, dass die Kosten vom Regulierungsrahmen abhängen und ohne öffentliche Subventionen den Zugang einschränken könnten. Der Artikel streift zudem Sicherheitsdaten, die politische Geschichte der Einstufung und einen kanadischen Fall.