Diese Übersichtsarbeit im Journal of Neurotrauma beschreibt, wie Psychoplastogene wie Ketamin, Psilocybin und DMT die Neuroplastizität fördern könnten. Sie untersucht dies für chronische kognitive Defizite nach traumatischer Hirnverletzung, für die bislang keine wirksamen medikamentösen Therapien existieren. Die Autorinnen und Autoren sehen einen dringenden Forschungsbedarf in der chronischen Phase der Erkrankung.
Eine präklinische Studie an Plattwürmern (Girardia dorotocephala, 15 Tiere in drei Gruppen) untersuchte, wie Ketamin die Reaktivierung konditionierter aversiver Erinnerungen beeinflusst. Die Gabe von 10 μM Ketamin verringerte defensive Verhaltensweisen gegenüber der Kontrollgruppe, und die Proteomanalyse zeigte Veränderungen in Signalwegen der Neuroplastizität. Die Autoren betrachten die Befunde als vorläufig.
Diese Arbeit, entstanden aus einem Vortrag zu Ehren von Gordon Parker, vergleicht biomedizinisches Ketamin mit psychedelisch unterstützter Therapie bei therapieresistenter Depression. Vorläufige Ergebnisse einer offenen, nicht randomisierten Studie deuten darauf hin, dass biomedizinisches Ketamin bei melancholischer Depression besser wirken könnte als bei nicht melancholischer. Studien zu Ketamin mit integrierter Psychotherapie fehlen bislang; die Autoren skizzieren einen empirischen Ansatz dafür.