Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 13:18 · 97 Artikel in 7 Tagen

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Gestern

JAMA network openFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Klinische Evidenz zu Psilocybin und seine Darstellung in der Medienberichterstattung: eine systematische Übersichtsarbeit

Eine systematische Übersichtsarbeit verglich 70 klinische Studien zu therapeutischem Psilocybin (2014 bis 2024) mit 172 Medienartikeln (bis April 2025). Die Medien stellten Nutzen häufiger als gesichert dar, übertrugen ihn auf Indikationen wie PTBS und Angst ohne ausreichende Studienbelege und informierten seltener über Sicherheitsaspekte als die Fachpublikationen.

Sonntag, 18. Oktober

PsychopharmacologyFachartikelENForschung · Präklinisch

Serotonin-1B-Rezeptoren auf erregenden Neuronen des Vorderhirns vermitteln die akute anxiolytische Wirkung von Psilocybin bei Mäusen

Eine Tierstudie an männlichen und weiblichen Mäusen zeigte, dass das Fehlen von Serotonin-1B-Rezeptoren auf Emx1-positiven erregenden Neuronen die anxiolytische Wirkung von Psilocybin in Verhaltenstests deutlich abschwächte, nicht aber die akuten Effekte. Die Ganzhirn-c-Fos-Kartierung deutet auf veränderte Netzwerkdynamik hin. Die Befunde sprechen für einen möglichen Mechanismus der Angstreduktion nach Psilocybin.

Freitag, 16. Oktober

Molecules (Basel, Switzerland)FachartikelENForschung · Präklinisch

Präklinische anxiolytische und antidepressivartige Wirkungen von α,α-Trehalose, einem bioaktiven Stoff aus Psilocybe cubensis

Eine präklinische Studie untersuchte das Disaccharid α,α-Trehalose aus Psilocybe cubensis in Tiermodellen für Angst und Depression. Die Substanz zeigte anxiolytische und antidepressivartige Effekte, die laut Autoren teilweise über 5-HT1A-Rezeptoren vermittelt sein könnten. Die Autoren sehen darin einen möglichen natürlichen Wirkstoff, psilocybin-unabhängig, für die Behandlung von Angst und Depression.

Donnerstag, 15. Oktober

The oncologistFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Aspirationale Autonomie und psychedelisch unterstützte Therapie bei fortgeschrittenem Krebs: ethische Lehren aus klinischen Fallbeispielen

Der Artikel im Fachjournal The Oncologist untersucht die ethischen Fragen der psychedelisch unterstützten Therapie (PAT) bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Krebs. Anhand von drei anonymisierten Fallvignetten aus einer Psilocybin-Studie in der palliativen Onkologie schlagen die Autoren vor, PAT nicht nur über Symptomreduktion zu beurteilen, sondern auch über Fortschritte bei Sinn, Verbundenheit und Versöhnung. Zudem werden Herausforderungen wie Erwartungsmanagement und begrenzte Zeit für Integration sowie Kriterien für die Patientenauswahl diskutiert.

Dienstag, 13. Oktober

Lebensqualität und der Fall für einen einwilligungsbasierten Zugang zu Psilocybin – Fragen zum Regulierungsrahmen und zu den Kosten

Dieser Preprint argumentiert, dass urteilsfähige Erwachsene Psilocybin auch zur psychischen Wellness oder zur Linderung existenzieller Angst wählen können sollten, nicht nur bei ärztlich diagnostizierten Krankheiten. Der Autor betont, dass die Kosten vom Regulierungsrahmen abhängen und ohne öffentliche Subventionen den Zugang einschränken könnten. Der Artikel streift zudem Sicherheitsdaten, die politische Geschichte der Einstufung und einen kanadischen Fall.

PsychopharmacologyFachartikelENForschung · Präklinisch

Akute angstfördernde Wirkungen von Psilocybin und dem verwandten Tryptamin Norbaeocystin bei männlichen und weiblichen Ratten.

Eine Tierstudie an Ratten untersuchte akute und verzögerte Effekte von Psilocybin und seinem vermutlich nicht halluzinogenen Analogon Norbaeocystin auf angstähnliches Verhalten. Psilocybin wirkte kurzzeitig angstfördernd, bei Männchen auch Norbaeocystin; die Effekte waren dosis- und geschlechtsabhängig und vom Östruszyklus unabhängig. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung neuer Therapeutika informieren.