Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 13:18 · 96 Artikel in 7 Tagen

„Suizidalität“ Filter zurücksetzen

Gestern

The western journal of emergency medicineFachartikelENForschung · Klinische Studie

Intravenöses Ketamin bei depressiven und suizidalen Jugendlichen in der Notaufnahme: Eine randomisierte Doppelblindstudie

In einer randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Studie mit 29 suizidalen Jugendlichen mit therapieresistenter Depression erhielt eine Gruppe eine einzelne niedrige Dosis intravenöses Ketamin, die andere Kochsalzlösung. Ketamin führte nicht zu stärkeren Reduktionen von Depressions- oder Suizidalitätswerten als Placebo, Dissoziationszeichen traten unter Ketamin häufiger auf. Die Autorinnen und Autoren sehen die Notaufnahme als machbaren Ort für schnelle antidepressive Behandlung und fordern grössere Studien.

Montag, 19. Oktober

The American journal of psychiatryFachartikelENForschung · Klinische Studie

Niedrigdosiertes Buprenorphin verlängert die antisuizidalen Effekte einer Ketamininfusion bei schwerer depressiver Störung signifikant: Zusammenhang zwischen antidepressiven und antisuizidalen Effekten.

Eine im American Journal of Psychiatry veröffentlichte Arbeit untersucht, ob niedrigdosiertes Buprenorphin die antisuizidalen Effekte einer Ketamininfusion bei schwerer depressiver Störung verlängert. Zudem wird der Zusammenhang zwischen antidepressiven und antisuizidalen Effekten betrachtet. Weitere Details sind nur der Überschrift zu entnehmen.

Sonntag, 18. Oktober

PsychopharmacologyFachartikelENForschung · Beobachtungsstudie

What goes up must comedown: Prävalenz, Merkmale und Bewältigungsstrategien bei MDMA-Nachwirkungen

Eine Online-Querschnittsbefragung mit 497 MDMA-erfahrenen Teilnehmenden (rekrutiert über Prolific) untersuchte negative Nachwirkungen nach MDMA-Konsum. 74,5 % berichteten mindestens einmal davon, typischerweise rund 24 Stunden nach der Einnahme und durchschnittlich 40 Stunden anhaltend. Häufig genannt wurden Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Unruhe; 6,2 % berichteten aktive Suizidgedanken.

Donnerstag, 15. Oktober

Neuropsychiatric disease and treatmentFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Ketamin und Esketamin bei akuter Suizidalität: Evidenz, Grenzen und ein konzeptioneller Rahmen zur erholungsfördernden Deeskalation

Diese narrative Übersichtsarbeit fasst die Evidenz zu intravenösem racemischem Ketamin und intranasalem Esketamin bei Erwachsenen mit akuter Suizidalität zusammen. Intravenöses Ketamin reduziert suizidale Gedanken kurzfristig und rasch, belegt ist jedoch keine Verhinderung von Suizidversuchen oder Todesfällen. Die Autoren schlagen zudem einen nicht validierten konzeptionellen Rahmen vor, der klinische Risikoeinschätzung und Sicherheitsplanung ergänzen soll.