Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen

Aktualisiert 14:27 · 97 Artikel in 7 Tagen

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Montag, 19. Oktober

Journal of pain researchFachartikelENForschung · Klinische Studie

Auswirkungen eines esketaminhaltigen Einleitungsschemas auf postoperativen Schlaf, Analgesie und postpartale Depression bei Gebärenden mit Schlafstörungen im Kaiserschnitt unter Vollnarkose: randomisierte doppelblinde Studie

Eine doppelblinde, placebokontrollierte randomisierte Studie mit 90 Gebärenden mit Schlafstörungen im geplanten Kaiserschnitt verglich ein esketaminhaltiges Einleitungsschema mit Standardeinleitung. Esketamin verbesserte den Schlaf am ersten postoperativen Tag signifikant; die sekundären Ergebnisse zu Schmerz, Rettungsanalgetika und postpartaler Depression waren explorativ und nicht eindeutig. Die Studie war nicht für Sekundär- oder Sicherheitsendpunkte gepowert.

Samstag, 17. Oktober

Frontiers in psychiatryFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Ketamin in der Psychiatrie: ein systematischer Review zu klinischen Anwendungen, Sicherheitsaspekten und neuen Herausforderungen

Ein systematischer Review fasst Geschichte, Wirkmechanismen, klinische Anwendungen und Risiken von Ketamin zusammen. Eingeschlossen wurden 106 peer-reviewed Publikationen aus mehreren Datenbanken. Behandelt werden unter anderem therapieresistente Depression, Schmerz, Off-label-Einsatz bei PTBS und Angst sowie Telemedizin-Verschreibung.

Donnerstag, 15. Oktober

Neuropsychiatric disease and treatmentFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Ketamin und Esketamin bei akuter Suizidalität: Evidenz, Grenzen und ein konzeptioneller Rahmen zur erholungsfördernden Deeskalation

Diese narrative Übersichtsarbeit fasst die Evidenz zu intravenösem racemischem Ketamin und intranasalem Esketamin bei Erwachsenen mit akuter Suizidalität zusammen. Intravenöses Ketamin reduziert suizidale Gedanken kurzfristig und rasch, belegt ist jedoch keine Verhinderung von Suizidversuchen oder Todesfällen. Die Autoren schlagen zudem einen nicht validierten konzeptionellen Rahmen vor, der klinische Risikoeinschätzung und Sicherheitsplanung ergänzen soll.

Mittwoch, 14. Oktober

BMC medical ethicsFachartikelENForschung · Präklinisch

Sich sicher fühlen: Eine empirisch-ethische Analyse der Vulnerabilität bei der (Es)ketamin-Behandlung

Eine qualitative Studie mit 14 Patientinnen und Patienten sowie 10 Klinikerinnen und Klinikern in deutschen psychiatrischen Settings untersucht, was Sicherheitsgefühl bei (Es)ketamin-Behandlungen ermöglicht. Genannt werden therapeutische Präsenz, körperliche Erdung und strukturierte Unterstützung nach der Behandlung; Kliniker sehen Ketamin eher als Katalysator, Patienten eher als Linderung. Die Autoren leiten ethische Empfehlungen ab; die Studie ist explorativ.

Frontiers in public healthFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Entwicklung einer Evaluationsinfrastruktur für psychedelische Harm Reduction bei Veranstaltungen: ein methodisches Rahmenwerk mit formativer Mixed-Methods-Feldanwendung

Eine methodische Arbeit schlägt ein Evaluationsrahmenwerk für psychedelische Harm-Reduction-Dienste an Grossveranstaltungen vor und erprobt es formativ am Beispiel des Zendo Project an zwei Events. Datenbasis waren 19 Vorher-Befragungen, fünf Nachher-Befragungen und zwei gepaarte Datensätze von medizinischem Personal. Die Autoren betonen, dass die positiven Einschätzungen Wahrnehmungen des Personals sind und keine unabhängig geprüften Effekte belegen.

Dienstag, 13. Oktober

Journal of affective disordersFachartikelENForschung · Übersichtsarbeit

Augmentationsstrategien für intravenöses Ketamin bei therapieresistenter Depression: Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von sieben randomisierten kontrollierten Studien (N = 346) untersuchte Zusatzstrategien zu intravenösem Ketamin bei therapieresistenter Depression. Die Zusätze zeigten gegenüber den Kontrollbedingungen keinen statistisch signifikanten Zusatznutzen (SMD = -0.12; 95%-KI -0.37 bis 0.12). Die Autoren halten die Evidenz für zu schwach, um Augmentation routinemässig zu empfehlen.