Chaos oder Frieden mit der Welt: Die komplexen Wege, auf denen Psychedelika das Gehirn verändern
Ein Beitrag des Genetic Literacy Project thematisiert, wie Psychedelika das Gehirn verändern. Mehr ist aus der Überschrift nicht ersichtlich.
Forschung & Anwendung – laufend gesammelt aus Wissenschaft und Fachportalen
„Psychedelik“ Filter zurücksetzen
Ein Beitrag des Genetic Literacy Project thematisiert, wie Psychedelika das Gehirn verändern. Mehr ist aus der Überschrift nicht ersichtlich.
Ein Übersichtsartikel betrachtet psychedelische Therapien aus klinischer, methodischer, ethischer und implementierungswissenschaftlicher Sicht. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass bisherige Studien vor allem einen Wirksamkeitsnachweis unter kontrollierten Bedingungen erbringen, nicht aber die Reife für eine breite klinische Anwendung. Nötig seien stärkere Belege zu Dauerhaftigkeit, Sicherheitsmonitoring, vergleichender Wirksamkeit und Alltagsimplementierung.
Eine Antwort in der Zeitschrift Postępy Psychiatrii i Neurologii bezieht sich auf eine frühere Arbeit zu öffentlichen Einstellungen gegenüber Psychedelika in Polen.
Ein Artikel von Scientific American berichtet laut Schlagzeile, dass Psychedelika eine "verborgene Ordnung" in der Hirnaktivität erzeugen können. Dies könnte erklären, wie sie das Selbstgefühl beeinflussen.
Zwei Querschnittsstudien untersuchten, wie häufig Meditation mit psychoaktiven Substanzen kombiniert wird. Studie 1 (N = 1391) zeigte, dass Alkohol (29%), Cannabis (19%) und Nikotin (16%) häufiger mit Meditation kombiniert wurden als klassische Psychedelika (6%). Die Zusammenhänge mit Wohlbefinden waren uneinheitlich; Alkohol mit Meditation ging mit besserem Wohlbefinden einher.
Eine Preprint-Studie auf bioRxiv untersuchte, wie die Psychedelika LSD und DMT die neurovaskuläre Kopplung im Ruhezustand verändern. Mithilfe eines Algorithmus zur blinden Dekonvolution des BOLD-Signals fanden die Autorinnen und Autoren in serotoninreichen Hirnregionen längere hämodynamische Verzögerungen unter beiden Substanzen. Die Ergebnisse legen nahe, dass vaskuläre Effekte bei künftigen Neuroimaging-Studien berücksichtigt werden sollten.
Eine Sekundäranalyse der Global Psychedelic Survey 2023 (N = 6378) verglich 212 autistische Erwachsene, die Psychedelika therapeutisch nutzen, mit anderen Konsumierenden (n = 6166). Die autistische Gruppe berichtete häufiger Nutzung in strukturierten therapeutischen Settings sowie anhaltende Halluzinationen (65,09 %), klinisch relevante Angst- (57,35 %) und Depressionssymptome (60,66 %). Qualitativ wurde der Nutzen als überwiegend positiv, aber kontextabhängig beschrieben.
Eine Studie mit Daten der National Couples' Health and Time Study verglich Paare mit psychedelischem Konsum, Stimulanzien- oder Opioidkonsum und ohne Drogenkonsum. Psychedelika-Konsum zeigte kaum Unterschiede zur Nichtkonsumgruppe, jedoch geringeres Commitment; Stimulanzien- und Opioidkonsum war mit schlechterer Beziehungsqualität verbunden. Die Ergebnisse legen Unterschiede im zwischenmenschlichen Funktionieren zwischen den Konsumgruppen nahe.
Eine anonyme Online-Umfrage unter 298 Psychiatrie-Fachpersonen in Frankreich (Dezember 2023 bis Januar 2024) untersuchte Wissen und Haltung zu Psychedelika. 53 Prozent bewerteten das therapeutische Nutzen-Risiko-Verhältnis als günstig, 61 Prozent den Freizeitgebrauch als gefährlich. Die Autorinnen und Autoren beschreiben eine vorsichtige, im internationalen Vergleich zurückhaltendere Offenheit, die stark von persönlicher und klinischer Erfahrung mit Ketamin geprägt ist.
Eine Online-Befragung mit 296 Teilnehmenden untersuchte, wie Intentionskategorien und deren Explizitheit mit wahrgenommenen Ergebnissen hoher Dosen klassischer serotonerger Psychedelika zusammenhängen. Explizite Intentionen gingen mit höheren Ergebniswerten einher, bestimmte Kategorien sagten die meisten Ergebnisse signifikant voraus. Die Ergebnisse deuten auf die Bedeutung der Intention für psychedelische Erfahrungen hin; es handelt sich um eine Preprint-Studie mit retrospektiven Selbstberichten.
Eine Preprint-Studie an Ratten und Mäusen untersuchte, ob 5-HT2A-Rezeptoren im medialen präfrontalen Kortex die durch das Psychedelikum DOI ausgelöste Kopfzuckungsreaktion vermitteln. Lokale Mikroinfusionen und genetische Eingriffe in den mPFC veränderten die Reaktionen nicht, während die Abhängigkeit vom 5-HT2A-Rezeptor insgesamt bestätigt wurde. Die Ergebnisse präzisieren, welche Hirnregionen für psychedelische Verhaltenseffekte bei Nagetieren relevant sind.
Eine Online-Querschnittsbefragung mit 1022 Teilnehmenden untersuchte selbstberichtete akute und verzögerte unerwünschte Reaktionen bei naturalistischem Psychedelika-Konsum. Akute Reaktionen waren mit ähnlichen verzögerten Reaktionen sowie mit höherer aktueller Psychopathologie und geringerem Wohlbefinden verbunden, mit Ausnahme von Erbrechen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Befunde korrelativ und hypothesengenerierend sind und keine substanzspezifische Zuordnung erlauben.