Sonntag, 11. Oktober
Eine Preprint-Studie an Ratten und Mäusen untersuchte, ob 5-HT2A-Rezeptoren im medialen präfrontalen Kortex die durch das Psychedelikum DOI ausgelöste Kopfzuckungsreaktion vermitteln. Lokale Mikroinfusionen und genetische Eingriffe in den mPFC veränderten die Reaktionen nicht, während die Abhängigkeit vom 5-HT2A-Rezeptor insgesamt bestätigt wurde. Die Ergebnisse präzisieren, welche Hirnregionen für psychedelische Verhaltenseffekte bei Nagetieren relevant sind.
Dieser Preprint auf PsyArXiv fasst klinische Evidenz zur Psilocybin-gestützten Therapie bei existenzieller Not und Depression in palliativen Situationen zusammen. Genannt werden das europäische Projekt PsyPal, eine Studie der Johns Hopkins University bei ALS sowie Daten aus Oregon. Die Autoren fordern individualisierte statt pauschaler Zugangskriterien und Finanzierungsmodelle, die den Zugang nicht vom Vermögen abhängig machen.
Eine Preprint-Studie sequenzierte die Genome der beiden Ayahuasca-Pflanzen Psychotria viridis und Banisteriopsis caapi. P. viridis ist hexaploid, B. caapi diploid, und beide zeigen Zentromer-Regionen mit CRM-Retrotransposons. Die Autoren identifizierten Enzyme, die DMT bzw. β-Carboline bilden, was die molekulare Basis des Getränks beleuchtet.
Eine Online-Querschnittsbefragung mit 1022 Teilnehmenden untersuchte selbstberichtete akute und verzögerte unerwünschte Reaktionen bei naturalistischem Psychedelika-Konsum. Akute Reaktionen waren mit ähnlichen verzögerten Reaktionen sowie mit höherer aktueller Psychopathologie und geringerem Wohlbefinden verbunden, mit Ausnahme von Erbrechen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Befunde korrelativ und hypothesengenerierend sind und keine substanzspezifische Zuordnung erlauben.